Statement zur Restaurierung

Das für die Restaurierung vorliegende Ausgangsmaterial wies starke und durchgehende produktions- und altersbedingte Schäden auf. Diese Schäden umfassten sowohl die physikalischen Eigenschaften des Filmmaterials (wie z.B. Oberflächen und Schichtverletzungen) wie auch Beeinträchtigungen durch chemische Prozesse, die sich im Zuge der jahrzehntelangen Lagerung des Filmmaterials vollzogen.

Ziel der Restaurierung war es, eine unter heutigen Gesichtspunkten hochwertige restaurierte Fassung des Materials herzustellen, ohne dass dabei der altersbedingte Charme und Charakter der Produktion verloren geht. Dort, wo Restaurierungs-Eingriffe das Material zu sehr verändert hätten, wurde auf weitere Korrekturen verzichtet, um näher am Original zu bleiben.

Die digitale Restaurierung wurde mit Korrekturen des Bildstandes und der Bildgeometrie begonnen, d.h. dem z.T. sehr unruhigen Bildstand wurde soweit möglich durch verschiedene Bildstabilisierungsverfahren entgegengewirkt. Geometrische Verzerrungen die sich innerhalb eines Bildes oder auch zwischen aufeinanderfolgenden Bildern zeigten, wurden durch manuelle Retuschen korrigiert.

In einem nächsten großen Arbeitsschritt wurde das deutliche Kornrauschen reduziert, wobei szenenabhängig meist mehrere Durchgänge und Korrekturansätze von Nöten waren. Im Anschluss wurde das meist durchgehend sichtbare Luminanzflackern korrigiert, was bei dem vorliegenden Material die wohl größte Herausforderung darstellte. In den folgenden Arbeitsschritten wurden Schichtverletzungen und zahlreiche Filmschmutz-Mängel eliminiert, ein höchst zeitaufwendiger Prozess, der häufig nur durch hohen Einsatz händischer Korrekturen erfolgen konnte.

Den abschließenden Part der Bildrestaurierung stellte die Lichtbestimmung dar, also die Anpassung von Helligkeit und Kontrastverhalten der Bilder, um so deutlich mehr Details im Vergleich zum flauen Ausgangsmaterial sichtbar zu machen. 


PICTURE LOOK, Mathias Bitz